Der Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, dass wir den Kulturpreis der Stadt für 2026 erhalten. Wir freuen uns und sind noch immer davon gerührt, dass die Stadt heimlich ein Banner mit einer Gratulation gegenüber unserem Haus angebracht hat! Daaaaaanke! Wir versprechen, wir werden nicht nachlassen!
Hier der Text der Pressemitteilung der Stadt vom 26. Juni 2026:
Altenburgs Stadtrat hat gestern, 25. Juni, im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung beschlossen, den Kulturpreis 2026 an den „Förderverein Zukunftswerkstatt Paul-Gustavus-Haus e.V.“ zu vergeben. Dem voraus ging eine Empfehlung des Sozial- und Kulturausschusses an den Stadtrat, der aus den eingegangenen Vorschlägen eine Wahl getroffen hatte.
Der Förderverein für das Paul-Gustavus-Haus ist ein seit 2009 tätiger gemeinnütziger Verein, der sich im Rahmen des „Tages des offenen Denkmals“ gründete. Hauptzweck des Vereins ist die Erhaltung des seit 1980 unter Denkmalschutz stehenden Paul-Gustavus-Hauses, das ist ein Gebäudekomplex einer ehemaligen Malzfabrik.
Zusammen mit den rückwärtig gelegenen Produktions-, Kontor- und Lagerräumen ist das Haus eines der wenigen, in dieser Geschlossenheit erhaltenen Beispiele der Kombination von Wohn- und Arbeitswelt in der Residenzstadt Altenburg um 1900. Das Paul-Gustavus-Haus ist ein Vertreter der wechselhaften Wirtschaftsgeschichte der Stadt Altenburg, insbesondere des ehemals bedeutenden Wirtschaftszweiges der Malzkaffeeproduktion (ursprünglich existierten mehrere Malzkaffeeproduktionsstätten in Altenburg).
Der Verein führt seit Jahren rein ehrenamtlich zahlreiche Veranstaltungsformate im Gebäudeensemble durch, um das leerstehende Haus zu beleben. Darüber hinaus werden kleine und große Schritte der Sanierung und Renovierung gegangen. Mit der Veranstaltungstätigkeit hat der Verein ein soziokulturelles Zentrum in innerstädtischer Lage etabliert und eine Lücke im geistig-kulturellen Angebot der Stadt geschlossen. Der inhaltliche Schwerpunkt der Angebote liegt vor allem auf dem Austausch zwischen den Generationen sowie der gesellschaftlichen Teilhabe.
Das Haus ist ein offener Ort für Begegnungen aller Altersklassen und sozialen Schichten – ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen.
Zu diesem Zweck finden über das Jahr verteilt viele Veranstaltungen statt. Einerseits regelmäßige Angebote, wie beispielsweise der sonntägliche „Kaffeeklatsch“, „Pauls Spätschicht“ am ersten Donnerstag des Monats und „Pauls Freitag“ am letzten Freitag im Monat. Andererseits lädt der Verein Künstler aus unterschiedlichen Genres in das Haus ein, damit die Besucher Lesungen, Konzerte oder auch Kunst vielfältig erleben können. In Zusammenarbeit mit dem Theater Altenburg Gera wurden besondere Veranstaltungsformate wie das „Speed-Dating Theaterberufe“ oder „Pauls fulminante Weltreise“ geschaffen. Der Verein beteiligt sich ebenso regelmäßig an städtischen Kulturangeboten wie dem Tag des offenen Denkmals. Höhepunkte bilden das jährliche Sommerfest, die Konzerte des Jazzklub Altenburg e.V. und der traditionelle, liebevoll vorbereitete „Pauls besinnlicher Weihnachtsmarkt“.
Alle Projekte, Veranstaltungen und Vorhaben werden ausschließlich ehrenamtlich vorbereitet und durchgeführt. Eine enorme organisatorische und logistische Leistung der Vereinsmitglieder.
Der Verein konnte seit 2009, teils fördermittelfinanziert, in Etappen Teile des Gebäudes sanieren. Genannt seien die Neueinfassung der Fabrikdächer, die Fassadensanierung im Jahr 2013, Betonsanierungen im Keller und der Ausbau der ehemaligen Fabrikationshalle.
Ein weiterer Schritt zum Erhalt und zur Belebung des Gebäudes ist der Einbau einer Gebläseheizung in der ehemaligen Fabrikationshalle, die dank des „LEADER-Programms“ realisiert werden konnte. Somit ist es nunmehr auch in den Wintermonaten möglich, Veranstaltungen für bis zu 200 Gäste durchzuführen. Bisher musste man sich im Winter auf das Café im Hauptgebäude konzentrieren. Des Weiteren konnte die zweite Etage für Workshops und ähnliche Formate hinsichtlich des Brandschutzes ertüchtigt werden. In einem weiteren Bauabschnitt sollen die Stromversorgung und die sanitären Einrichtungen auf dieser Ebene auf Vordermann gebracht sowie die Fassade im Hof in Angriff genommen werden.
Mit seinem Engagement um den Erhalt und die Belebung des geschichtsträchtigen Altenburger Hauses leistet der Verein einen wesentlichen und nachhaltigen Beitrag zur Sanierung des Altstadt-Ensembles, der Identitätsstiftung und für die kulturelle Vielfalt der Stadt.
Die Stadt Altenburg vergibt seit 1998 im Abstand von zwei Jahren den Kulturpreis der Stadt. Er würdigt hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Kultur für die Stadt Altenburg und ist mit 2500 Euro dotiert.

